Johann Hoffmann Platz
1120 Wien, Johann-Hoffmann-Platz 10-15, Wittmayergasse 10
Auftraggeber: GWSG - Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsges. der Wiener Stadtwerke Ges.m.b.H.
Bauzeit: 2018 - 2021
Leistung: Generalplanung und Dachgeschossausbau
Auszeichnungen: Stadterneuerungspreis 2023 (1. Preis)
Ethouse Award 2024 (Preis Wohnbau)
EAE Award 2024 (Nominierung)

Ein Denkmal wird zukunftsfähig: Nachhaltige Sanierung des Wohnbaus von 1912. Bezahlbarer Wohnraum für kommende Generationen.
Der kommunale Wohnbau von Architekt Carl Holzmann, errichtet im Jahr 1912, zeigt Anklänge an den Heimatstil durch seine Mansardgiebel und den segmentbogenförmigen Erker. Die Wohnhausanlage ist besonders bedeutsam aufgrund ihres sozialen Anspruchs, bezahlbaren und menschenwürdigen Wohnraum für die Mitarbeiter der Stadtwerke zu schaffen. Die Konzeption der Kleinwohnungen und der Anlage insgesamt greifen wesentliche Kriterien der späteren Gemeindebauten vorweg. Um einer drohenden Verslumung der Anlage entgegenzuwirken und den heutigen Wohnansprüchen gerecht zu werden, hat sich die GWSG zu einer umfassenden Sanierung entschlossen, unterstützt durch Förderungsmittel des Landes Wien.
Trotz Denkmalschutz wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Der Heizwärmebedarf konnte von durchschnittlich 179,46 kWh/m²a auf 33,25 kWh/m²a gesenkt werden. Im Dachgeschoss entstanden 26 hochwertige und leistbare Wohnungen mit Freiflächen. In 93 Wohnungen wurde der Standard angehoben und teilweise durch den Nischenverbau in den Hofbereichen erweiterter Wohnraum geschaffen. Die Lichtverhältnisse verbesserten sich deutlich durch den Abbruch eines Geschosses bei den 4 Quertrakten. Eine barrierefreie Erschließung der Wohnhausanlage wurde durch die Absenkung des Hofniveaus und die Schaffung eines zentralen Durchgangs erreicht. Die Souterrainwohnungen wurden zugunsten neuer Müllräume, Kinderwagen- und Fahrradabstellräume, einer Zentralwaschküche, eines Magazins, zweier Lokale und eines Gemeinschaftsraums aufgelassen. Im Gartenhof wurden 48 Balkone angebaut. Als Ersatz für Freiflächen wurden in den Innenhöfen bei Leerwohnungen und nach Wunsch der MieterInnen französische Fenster eingebaut. Die Außen- und Grünanlagen wurden neugestaltet und ein Kleinkinderspielplatz errichtet.
Diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, die Lebensqualität der Bewohner zu erhöhen und gleichzeitig das historische Stadtbild zu bewahren.
Eckdaten
Baukosten: € 14.362.000,00
Nutzfläche: 10.965,70 m²
vor Sanierung im Bestand: 8.695,02 m²
Flächenerweiterung im Bestand: 196,72 m²
Flächenerweiterung durch DG-Ausbau: 2.073,96 m²
Team GSD: Arch. DI Werner Rebernig (Projektleitung, Planung)
Arch. DI Wolfgang Jancar (Projektleitung SV)
Ing. Christian Kovacic (ÖBA)
Martin Schmidt (HKLSE)
Monika Wachtberger (Controlling)
Statik: Hnik Hempel Meler ZT GmbH
Bauphysik: TBL Ingenieur Büro für Technische Physik und Bauphysik
Gebäudetechnik: Hnik Hempel Meler ZT GmbH
Brandschutzplanung: Dipl. Ing. Erich Röhrer
Wesentliche Umsetzungen
- Verbesserung der Belichtungsverhältnisse durch Abtragung eines Geschosses in den vier Quertrakten und Einbau französischer Fenster in Innenhöfen
- Beseitigung optischer Missstände
- Zurückführung der Farbgebung zum historischen Original
- Wärmedämmung
- Fenstertausch
- Vorrüstung Fernwärme als Forcierungsmaßnahme, um Gas als Energieträger abzulösen
- Barrierefreie Erschließung (teilweise Absenkung des Hofniveaus, Aufzug als Durchlader)
- Zu- und Einbau von Aufzügen
- Einbau von Gemeinschaftseinrichtungen (Fahrradräume, Müllräume, Zentralwaschküche, Gemeinschaftsraum)
- Zubau von 48 Hofbalkonen
- Errichtung von Gemeinschaftsterrassen
- Standardanhebung in 93 Wohnungen (Bad und Heizung)
- Dachgeschossausbau (Schaffung von 26 neuen Wohnungen)
- Sicherheitstechnische Maßnahmen (Brandschutztüren, Rauchabzüge, Brandabschottungen)